Das Fellow-Projekt analysiert die Bezüge zwischen Intellektuellen und politischer Macht in Mexiko seit 1968, um den Beitrag der Intellektuellen zur Demokratisierung aber auch zur Reproduktion politischer Hegemonien auszuloten und auf Grenzen politischer Partizipation hinzuweisen.
Projektübersicht
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Tatjana Jouravleva
Das Forschungsvorhaben untersucht die diskursive Reproduktion der politischen Hegemonie der Regierungspartei (PRI) in Mexiko und der sie unterstützenden dominanten Eliten (Wirtschaft, Militär, Kirche), die seit 1968 von den mexikanischen Intellektuellen geleistet wird. Ziel der Untersuchung ist es zunächst, über die Analyse der Hegemonieproduktion transparenter zu machen, wie es der mexikanischen Staatspartei gelingen konnte, über 60 Jahre an der Macht zu bleiben, ohne daß ihre Legitimität wesentlich in Zweifel gezogen wurde.
Durch den Hegemonieverlust der herrschenden Partei in den letzten Jahren wird die Beziehung zwischen intellektuellen Gruppierungen und politischer Macht in der Regierungszeit vom Präsidenten Carlos Salinas de Cortari (1988-1994) besonders virulent.
Die Brisanz dieses Verhältnisses wird nicht erst am Beispiel des indianischen Aufstandes in Chiapas gegen die Salinistische Modernisierungsrevolution sichtbar, sondern auch im ständigen Versuch der Intellektuellen, die neoliberalistische Wende der Regierung zu legitimieren.
Ausgehend von diesen Transformationsprozessen wird als weiteres Ziel der Untersuchung die Art und Weise analysiert, in der die mexikanischen Intellektuellen den Demokratisierungsprozess bisher verzögert bzw. vorangetrieben haben, um zeigen zu können, wie die Gruppierungen von Intellektuellen funktionieren und welche Faktoren ihre soziale und politische Praxis bestimmen. Dadurch wird zum einen auf die Grenzen ihrer Partizipation am Demokratisierungsprozess hingewiesen, zum anderen aber wird über die Analyse verschiedener diskursiver Praxen ihre Funktion und Rolle für den Machterhalt ermittelt.